Fürstbischof Dr. Roman Zängerle

geboren am 20. Januar 1771 in Oberkirchberg
150. Todestag am 27. April 1998
von Gerhard Rimmele
   

Ein ganz einziger Mann ist Bischof Roman in Österreich“, kein geringerer als Papst Gregor XVI (1831 – 1846) schrieb diese Worte zum „goldenen“ Priesterjubiläum des Fürstbischofs von Seckau – Leoben, Professor Dr. phil. 
Dr. theol. Roman Zängerle im Jahre 1843.

Hinter diesen schlichten Worten verbirgt sich für die Kirchenhierarchie, in den Wirren der Jahre um 1843 bis 1848, die große Anerkennung für einen Streiter des römisch-katholischen Glaubens, dessen Verdienste in heutiger Zeit nur dann zu erfassen möglich ist, wenn diese große Persönlichkeit im Spiegel seiner Zeit, zwischen den Forderungen der Aufklärung und Europäischer Aufbruchstimmung, und dem Streben nach Machterhalt der Herrschenden, an der Schwelle zur industriellen Neuzeit, betrachtet wird.

 
Dr. phil. Dr. theol. 
Roman – Sebastian Zängerle

Fürstbischof von Graz - Seckau
  

Im Jahre 2000 
wurde das Geburtshaus von Fürstbischof Zängerle in der Schlossstrasse in Oberkirchberg wegen Baufälligkeit abgebrochen.

Es stand in der unmittelbaren Nachbarschaft zum Gebäude der „alten“ Apotheke“, das heute den Gemeindeverwaltungsverband Weihungstal beherbergt.

Eine schlichte Tafel wies damals auf den „großen“ Sohn unserer Gemeinde hin, dessen Todestag sich am 27. April 1998 zum 150. male jährt.

Würde Sebastian Zängerle, der „kleine“ einfache Seifensiedersohn aus Oberkirchberg, der als 10 jähriger von seinem Elternhaus weg ins nahe liegende Kloster Wiblingen zog, heute in seine Heimat zurück kehren können, wir würden ihn bestaunend, mit allen kirchlichen und weltlichen Ehren, als stattlichen Fürstbischof und Metropolit der damaligen „großen“ Welt empfangen.

Damals, am 20. Januar 1771 wurde Franz Xaver Sebastian Zängerle in eine Zeit geboren, in der gerade die Lebensfülle des Barock im Niedergang begriffen war.

Nach dem Abschluss des Gymnasiums an der hochangesehenen Klosterschule von Wiblingen stand für ihn mit 17 Jahren fest, Mönch dieses weitberühmten Benediktinerstifts zu werden.
Bei seiner Profess am 5. Februar 1792 erhielt er den Ordensnahmen Roman.

Im Dezember 1793 wurde er in Konstanz zum Priester geweiht. Nach seiner Priesterweihe wirkte er 10 Jahre als Professor für Logik und Metaphysik am Stiftgymnasium, und als Professor für Hermeneutik an der Hauslehranstalt.

Im Jahre 1798, in der Zeit des „aufgeklärten Absolutismus“, als den Habsburgischen Klöstern bereits ein eisiger Wind entgegen blies, setzte sich Pater Zängerle als Novizenmeister einfühlsam für seine Schutzbefohlenen ein. Im gleichen Jahr wurde er Novizenmeister im damaligen Benediktinerstift Mehreau am Bodensee, und erhielt dort einen Lehrauftrag.

Seine Strenge jedoch missfiel den dortigen „eingefleischten“ Josephinern und Ordensoberen: „man habe keinen unberufenen Reformer nötig...“

So kehrte er im Jahre 1802 als Professor und Novizenmeister wieder an das Kloster Wiblingen zurück und übernahm noch das Amt des Stiftspfarrers.

Pater Zängerle, „Wahrer christlicher Traditionen“ und „Canisus der Steiermark“, in einem sich mehr und mehr liberalisierenden Weltbild, hätte sich vermutlich überfordert gefühlt, hätte man ihm dieses Prädikat zu diesem frühen Zeitpunkt mit auf den Weg gegeben. Auch im Kloster Wiblingen war mittlerweile die Welt aus den Fugen geraten. Und unter dem Eindruck der Französische Revolution 1789, dürfte auch im fernen Schwabenland Frater Sebastian Zängerle, für sein zukünftiges Wirken Position bezogen, und die „Erstürmung der Bastille“ in Paris (14. Juli 1789) mit großem Interesse beobachtet haben.

Napoleon, der die europäische Welt mit seinen Soldaten neu gestaltete, beeinflusste nachhaltig den Werdegang des Benediktiner Mönches Zängerle. Der Französische Kaiser hatte, nachdem er sich die rechtrheinischen Besitzungen der Deutschen Fürsten einverleibte, diese im „Reichsdeputationshautschluss“ (1803), großzügig mit Kirchengut und Klosterbesitzungen (Säkularisation) entschädigt. Die Zukunft des Jahrhunderte alten Kaiserreichs der Habsburger war in Frage gestellt, die Auflösung des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ in vollem Gange. Kaiser Franz II. legte in Wien die römische Kaiserwürde nieder, reagierte mit dem Austritt aus dem deutschen Reichsverband (nannte sich nach feierlicher Proklamation 1804 in Wien „Franz I., Kaiser von Österreich“).

Zu diesem Zeitpunkt hatte im Jahre 1803 Roman Zängerle bereits als anerkannter und angesehener Professor einen Ruf an den Lehrstuhl für Moralphilosophie und des Naturrechts an die Benediktiner – Universität in Salzburg erhalten, und wurde damit näher in die Einflusssphäre der Zentralmacht Wiens eingebunden.
In Salzburg erwarb sich Pater Roman Zängerle den "philosophischen“ und "theologischen" Doktorgrad.

Die Säkularisation der Klöster, die in der Zeitströmung seitens der Bevölkerung mitgetragen wurde, mussten Pater Zängerles Klosterbrüder in der fernen Heimat am eigenen Leib erfahren. Das sich im Habsburger Besitz befindende Kloster Wiblingen wurde 1806 Zankapfel zwischen Bayern und Württemberg. Die Wiblinger Patres, an der Spitze ihr Abt Gregor Ziegler, ein enger Freund Zängerles, fanden mit Unterstützung des Österreichischen Kaisers in der Abtei Tyniez, in Polen Zuflucht. 
Abt Ziegler hatte dabei die Auflage erhalten, sich des Unterrichts an der nahe liegenden Universität Krakau anzunehmen. Dazu holte er sich 1807 seinen Freund Roman Zängerle, als Professor für das „Neue Testament“ an diese Universität. 
Doch auch hier wurden die Patres aus dem ehemaligen Kloster Wiblingen vom Geschehen der Weltpolitik erfasst.

Aus Polen, zum wiederholten male geteilt, hatte sich Österreich das Gebiet um Krakau einverleibt. Viele Emigranten flohen nach Paris und baten als Exilregierung Napoleon um Unterstützung für ihre Ansprüche. Dieser zog 1809 zusammen mit seinem Verbündeten, dem Sachsenherzog, in dieses Gebiet ein. Krakau wurde wieder polnisch, und die mit Österreich sympathisierenden Mönche kamen ins Gefängnis. Nach mehrwöchiger Haft konnte Dr. Zängerle fliehen, wirkte jeweils in kurzen Episoden an den Universitäten Wien, Ratibor und Brünn. Zuletzt fand er als Professor des „Neuen Testaments“ an der Universität von Prag eine feste Anstellung.
Mit strenger Kirchendisziplin setzte er sich gegen die „freigeistige“ Reformen der dortigen theologischen Fakultät durch, in dem er es verstand seine Studenten für die Ideale des Glaubens zu interessieren. Sein Zusammentreffen mit dem (hl.) Klemens Maria Hofbauer, der sich in Wien einen Kreis begeisterter junger Menschen um sich versammelt hatte, entfachte auch in Roman Zängerle eine tiefe Verehrung für diesen Mann. Der Benediktinermönch Zängerle sympathisierte mit den Idealen der Redemptoristen, dem Missionsorden von Hofbauer, und nahm sich nach dessen Tode (1820) in Wien diesen jungen Menschen an.

Die Klostergemeinschaft aus Wiblingen bestand nicht mehr. 
Die Mitbrüder und die Freunde waren „in alle Winde“ zerstreut. 
Die Möglichkeit des theologischen Wissenschaftlers Professor Dr. Zängerle, im Sinne von Hofbauer einen weiter reichenden Einfluss an der Schaltstelle der Großmacht Österreich für die katholische Kirche zu erhalten erforderten größere Bewegungsräume, als ich dies der Benediktinerorden zuließ. Er bat um Aufnahme in den Weltklerus, die ihm am 15. Dezember 1821 auch gewährt wurde. Zeitlebens jedoch blieb er aber in seiner innersten Gesinnung Benediktiner, und unterstützte mit seinen beachtlichen Möglichkeiten notleidende Mitbrüder auf allen erreichbaren Kontinenten. Seinen Ordensnamen „Roman“ behielt er – auch als Bischof – neben dem Taufnahmen bei.

Am 21. April 1822 wurde Dr. Zängerle vom Konsistorium der Universität Wien als Domherr von St. Stefan gewählt.
Wien war zu diesem Zeitpunkt, neben Paris und Berlin, Dreh- und Angelpunkt des Europäischen „Weltgeschehens“. In der Zeit, als Fürst Metternich mit seiner Restaurationspolitik das „Rad der Geschichte“ zurück zu drehen versuchte, und vom Revolutionsgedanken „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" hart attackiert worden ist, das sich in der damaligen liberalen Welt wie ein Lauffeuer ausbreitete, gehörte Dr. Zängerle wohl zu seiner vielzähligen Schar von Beratern und Mitstreitern.
In dem Land, in dem trotz „Josephinischer Reformen“ die katholische Kirche immer eine präsente Rolle behalten hatte, gewann der Einfluss der römisch geprägten Kirche mit Männern wie Roman Zängerle, mit seiner Glaubens- und Willenstärke, wieder die Oberhand. In dieser Zeit, in der das Aufbäumen von „aufgeklärt“ denkenden Menschen in der Kunst, Literatur und Lebenskultur immer hörbarer wurde, sich Selbstbestimmung und politische Selbstverantwortung manifestierte, war es Männern wie Zängerle zu verdanken, dass aus Sicht der katholischen Kirche, diesem „Aufruhr“, eine lebensbejahende und ernst zu nehmende Barriere entgegen gestemmt werden konnte. Diesen besonnenen Männern allerdings war es auch zu verdanken, dass die Revolution, die im „Vormärz“ des Jahres 1848 in Wien die bestehende Ordnung ablöste, nicht in Blut und Asche versank.
  

Bereits unter Kaiserin Maria Theresia und ihrem Sohn Joseph, hatte sich das Habsburgerreich den „aufgeklärten“ Gedanken geöffnet, aber den „gottgewollten“ Herrschaftsanspruch eines Absolutismus nicht antasten lassen. Die erlaubte Toleranz im religiösen Glauben wurde nun für die katholische Seelsorge zur Herausforderung und Chance, verloren gegangenes Terrain wieder zurück zu gewinnen.

Im Jahre 1823 setzte der Kaiser, nach 20 – jähriger Semivakanz in Salzburg wieder einen Fürsterzbischof ein. Dieser Erzbischof nahm sofort die Gelegenheit war auch für die ebenfalls verwaisten Diözesen Seckau und Leoben in der Steiermark einen Bischof zu bestimmen. Die schwierige Aufgabe, in einem vom Puls der Welt abgeschiedenen Landstrich den katholischen Einfluss zurück zugewinnen und danach zu stabilisieren, traute er nur einem Manne wie Roman Zängerle zu. Dieser bereitete sich für seine Aufgabe mit gemischten Gefühlen vor. Für einen 53 – jährigen intellektuellen Wiener des Domkapitels, konnte der vor ihm liegende Weg „unbequemer“ nicht sein, obwohl er für sich selbst, aus dieser Pflicht seine „zentrale“ Lebensaufgabe und –bestimmung erwartete. Beim steirischen Kirchensprengel mit den „Josephinischen Freiräumen“, beim Adel und den maßgebenden Honoratoren der Bürgerschaft, wurde das katholische Aufstreben mit Argwohn aufgenommen.

Mit  Zustimmung des Kaisers Franz I., dessen konservative Regentschaft sich trefflich mit dem Willen und Vorstellungen der sich neu formierenden Kirchenfürstenschaft verband, wurde Roman Zängerle am 12. September 1824 in Salzburg zum Fürstbischof geweiht.

Zwar erwähnt die Biographie des Fürstbischofs Zängerle beim Einzug in seine Diözese in der Residenz von Graz, die hohen Erwartungen des Volkes an eine Repräsentanz der Kirche, verschweigt aber jedoch nicht, dass Zängerle in seiner weiteren Arbeit, die er mit Entschlossenheit und Tatkraft anpackte, vor mancherlei Probleme gestellt war.

Erläuterungen:

„Josephinische Reformen“:

Kirchenpolitik des Kaisers Joseph II von Österreich, die vom Geist der Aufklärung bestimmt war. Die katholische Kirche in Österreich wurde vollständig der Staatshoheit unterstellt und den Nichtkatholiken Religionsfreiheit gewährt.

„Redemptoristen“:

Katholischer Orden, 1732 gegründet zur Missionierung Armer und Vernachlässigter.

In der Napoleonischen Ära Aufhebung der Niederlassungen; seit 1820/30 neuer Aufschwung. Durch die Initiative von Clemens Maria Hofbauer verbreiteten sich die Redemptoristen in Österreich, in ganz Europa und in Nordamerika.

1951 Modernisierung und seither obligatorische Vorbereitung auf die Mission in Afrika, Japan, Thailand, Indonesien und Libanon

Und diese Probleme waren wohl eher in der säkularisierten Priesterschaft zu finden gewesen, als im Volke selbst. Denn das Volk hatte in jener „friedlosen“ Zeit, vom kriegerischen hin und her der im Erbbesitz befindlichen Machtansprüche genug, obwohl auch in der Steiermark, in den Vorstellungen der „aufgeklärten“ Bevölkerung, die privilegierten Ansprüche einer „absolut“ regierenden Oberschicht nicht mehr in die Zeit passten.
Zängerle setzte alles daran dem Säkularklerus, der in den Augen der Gläubigen jegliches Wohlwollen und Ansehen verloren hatte, eine neue Aufgabe zu geben. Er war sich selbst im klaren darüber, dass sich diese Akzeptanz nur ii seinem „frommen“ Vorbild und persönlichem Einsatz zurückgewinnen ließ. Er investierte mit fähigen Beratern und hochmotivierten Mitstreitern in eine neue Priesterausbildung und in die Fundamentalseelsorge. In diesen noch heute vorbildlichen Schuleinrichtungen verstand er es einen fähigen Priesternachwuchs heranzuziehen.

Sein Wahlspruch: „es sei beklagenswerter unwürdige, als keine Priester zu haben“ förderte eine strenge Auslese. In persönlicher Beziehung zu seinen Schülern und Priestern, bei Vorlesungen und jährlichen Exerzitien, schuf er gegenseitige Verbundenheit, und mit seinem persönlich zur Verfügung gestellten Idealbild, bereitwilliges Vertrauen und unverbrüchliche Treue.

Seine Möglichkeiten zur Pflege des Gebets, zur Sammlung der Jugend, der intensiven Ansiedlung von Männern und Frauenklöstern und vor allem der Einsatz von Redemptoristen- und Jesuitenorden zur Volksmission, schienen unerschöpflich.

Seitens des Kaiserhauses wurden Zängerles Aktivitäten sehr wohlwollend, jedoch von denen die in den Josephinischen Errungenschaften das ausgewogene Mittel von Toleranz und Volkserziehung sahen, sehr kritisch, ja fast drohend oder höhnisch betrachtet. So zogen diese, als Zängerle die allgemeine Volksmission in der Steiermark einführen wollte, mit ihrem Rechtsanspruch vor den Kaiser, der dann allerdings aus Gründen einer Staatsräson, diese „zuweitgehende“ Absicht verbieten musste.

Das Erreichte aber konnte Fürstbischof Zängerle in vielerlei Formen für die katholische Kirche segensreich einbringen. Er war nicht nur Vater der Priester, sondern auch der Vater der Armen. Über seine Pfarreien finanzierte und unterstütze er in mannigfacher Weise, teilweise aus seinem privaten Salär und Vermögen, dafür notwendige Hilfsfonds.

Fürstbischof Zängerle ist für viele heutige Verehrer, der Apostel der Steiermark geworden, als Pendant seines Vorbildes, dem heiligen Klemens Maria Hofbauer, dem Apostel von Wien.

Prof. Dr. Roman Zängerle war, und darüber darf uns seine Verbundenheit zur Volksfrömmigkeit nicht hinweg täuschen, ein Kirchenfürst, der seine Macht- und Einflussmöglichkeiten sah, und diese auch für seine Pfarrkinder einsetzen konnte.
Er, der im Januar geborene „Saturnmensch“ hielt an seinem Schreibtisch für alle Anbefohlenen die Fäden fest in der Hand.

Als Wissenschaftler hatte er, und dies ist vorauszusetzen, Einblick in die Aufbruchstimmung der geistigen Strömungen seiner Zeit. Diesem Aufbegehren der jungen, „freien“ Intelligenz, die endlich die Gedanken ihrer Ideale verwirklicht sehen wollten, setzte er als verantwortungsvoller Kirchenmann, zum Wohle der fürsorgebedürftigen Menschen, seine eigenen Erfahrungsschätze entgegen. In seinen Predigten und Hirtenbriefen nahm er konsequent Stellung zu Visionen und Befürchtungen über den Wert des Menschen im „industrialisierten“ Arbeitsprozess. Die rigorose Nutzung der menschlichen Arbeitskraft, im über alles ertönenden „Schlachtruf“ des neuen Besitzbürgertums „Manufaktur“ verstand er als ein Affront gegen die göttliche Ordnung.

Als sich am 13. März 1848 die Ereignisse in Wien überschlugen und Kaiser Ferdinand bereits am 15. März den Forderungen der Demonstranten nach Mitspracherecht und Aufstellung einer Bürgerwehr (als Nationalgarde gegen die Willkür des Militärs) zugestimmt hatte, hielt der Fürstbischof am 23. März selbst, trotz der den nahen Tod verkündeten Krankheit, ein Dankamt im Dom seiner Bischofsstadt Graz. In patriotischer Verbundenheit unterstützte sein Domkapitel die Familien der einrückenden Nationalgardisten. Genauso unermüdlich mahnte er seine Priesterschaft an, sich für die friedliche Umsetzung der neuen vom Kaiser zugesicherten Konstitution einzusetzen, zur Wohlfahrt des Vaterlandes, als Freund des Kaisers und Freund aller Stände. Die bestehenden Werte zu erhalten und dabei zu helfen, die „irrigen“ Vorstellungen der Menschen zu berichtigen, sie anzuhalten dem wahren Fortschritt nach zu eifern, war sein innerstes nach Ausgleich und Konzens angelegtes Streben.
Dies war vor allem den „jungen“ Heißspornen“ zu wenig, sie wollten vom ihm eine klarere, eindeutigere Standortbestimmung.

Am 27. April 1848 verschied um 15.00 Uhr, am Nachmittag, Fürstbischof Zängerle im Alter von 77 Jahren.

Gerade zu dem Zeitpunkt, als die Wellen der politischen Leidenschaften in Graz ihren Höhepunkt erreicht hatten. Im Taumel der politischen Aufregung blieb sein Tod in der Öffentlichkeit fast unbeachtet. Nur mit Mühe ließen sich am 1. Mai, bei seinem Leichenzug durch die Stadt, und an seinem Grabe, radikale Studentendemonstrationen verhindern.

Fürstbischof Zängerle ruht in der Domkirche zu Graz.

Zängerles Bischofsdom in Graz

Das Mausoleum mit Zängerles Grab (unmittelbar beim Dom)
  

Als bedeutender und zu Lebzeiten hochgeachteter Kirchenfürst wurde er, der mit der Säkularisation „entwurzelte“ „Vorderösterreicher“ weit über die Grenzen seiner Wahlheimat Österreich bekannt.

Oberkirchberg, so steht es zumindest in seiner Lebensbeschreibung, habe er nie mehr gesehen, die schwäbische Sprache jedoch nie verleugnet..., vielleicht als Referenz an sein Heimatdorf Oberkirchberg, dort..., am fernen Illerufer.